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Stellarium: Ein Leckerbissen für Sterngucker (und solche, die es werden wollen)06. 03. 08 Ein unglaubliches Programm! Auch wenn Sie bisher noch kein Sterngucker waren: Spätestens jetzt werden Sie es werden! Und besonders komfortabel wird es für Sie, wenn Sie das Programm auf einem Laptop installieren, denn dann sitzen Sie gemütlich im Hof / auf der Terrasse / auf dem Balkon / auf dem dritten Berg von links, - und Sie vergleichen den Sternenhimmel über Ihnen 1 : 1 mit den Informationen auf dem Monitor des Laptops. Dafür gibt es am Monitor sogar einen Nachtmodus, damit Sie so wenig wie möglich geblendet werden. Nochmal: Systemvoraussetzungen: |
1. Download und Installation |
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1. Download und InstallationErrichten Sie einen Ordner, in dem Sie die Installationsdatei speichern wollen. Besuchen Sie nun die Seite http://www.stellarium.org/de/ und klicken Sie rechts oben auf für MS Windows (Mac- und Linux- User, soferne Sie hier überhaupt anzutreffen sind: pardon!). Speichern Sie nun die Datei stellarium-0.9.1.exe (36,9 MB) in diesen Ordner. Name und Größe der Datei können sich im Zuge der permanenten Weiterentwicklung des Programmes natürlich ändern. Der Download-Server gibt die Datei zwischen (zögerlichen) 20 und (akzeptablen) 200 kB/sec her: Was kann'st machen? Einfach warten... Nach dem Download klicken Sie gleich auf Ausführen und dann (falls sie kommt) bei der Windows- Sicherheitsabfrage wieder auf Ausführen.
Das Programm ist nun auf Ihrem Computer installiert und Sie finden es unter Start > Programme.
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So, - nun können Sie schon loslegen! Um Ihnen die Eingewöhnung zu erleichtern, geben wir hier noch eine Reihe von Tipps, aber die Feinheiten müssen Sie schon selbst erkunden. Sie werden überrascht sein von den mächtigen Möglichkeiten dieses Programmes!
Mausrad nach vor: Hineinzoomen,
Mausrad
zurück: Herauszoomen.
Sie haben kein Mausrad? Bild auf und Bild ab Tasten bewirken das Gleiche!
Mit gedrückter linker Maustaste in beliebige Richtung ziehen (oder Pfeiltasten): Die Himmelsrichtungen wechseln.
Nähere Informationen zu einem Himmelskörper: Auf den betreffenden Himmelskörper klicken.
Diese Informationen wieder wegschalten: Mit der rechten Maustaste irgendwo in den Himmel klicken.
F1: Umschaltern zwischen Vollbild und Fensterdarstellung.
Und wo findet man dann die Hilfe, die normalerweise mit F1 aufgerufen wird?
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In der Werkzeugleiste beim Symbol Nr. 15!
Die Werkzeugleiste:


Die Zeitleiste
Rechts unten finden Sie noch ein sehr interessantes Werkzeug: Die Zeitleiste. Mit ihrer Hilfe können Sie in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen:
![]()
| Sie besitzen nun das grundlegende Rüstzeug, um mit dem Programm Stellarium arbeiten und seine Fähigkeiten ausschöpfen zu können. Für den Fall, dass Sie tiefer in die Materie eintauchen und noch mehr über das Universum erfahren wollen, haben wir für Sie hier einige weitere grundlegende Informationen bereit gestellt. |
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| Wenn ein versierter Hobbyastronom (es darf natürlich auch ein Profi sein!) die nachfolgenden Zeilen lesen und auf sachliche Fehler stoßen sollte, dann sind wir für eine Benachrichtigung sehr dankbar! |
In allen Zeiten und Kulturen war die Menschheit fasziniert von dem anscheinend unendlichen Schauspiel des nächtlichen Sternenhimmels.
Doch so unendlich ist das gar nicht: In einer klaren, mondlosen Nacht im Gebirge, also bei besten Voraussetzungen, können wir etwa 3.500 Sterne sehen, - und nicht unzählige, wie man zunächst annehmen mag. (Und in einer versmogten Stadt mit all ihren künstlichen Lichtquellen nur einige wenige!)
Aber um welche Himmelskörper handelt es sich dabei eigentlich?
Wir unterscheiden:
Sonnen: Sie bestehen aus Gasen, vorwiegend aus Wasserstoff, der durch Kernfusion zu Helium umgewandelt wird. Die dabei frei werdende Energie wird nach außen hin abgestrahlt. Sonnen leuchten also. Da der Vorrat an fusionsfähigem Wasserstoff ständig abnimmt, ist die "Lebensdauer" jeder Sonne begrenzt. Unsere Sonne befindet sich etwa in der Mitte ihrer Zeitspanne und wird noch etwa 4,5 bis 5 Milliarden Jahre strahlen. Nahezu alle der am nächtlichen Sternenhimmel sichtbaren Objekte sind Sonnen, - auch wenn wir sie allesamt "Sterne" nennen. |
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Mit freundlicher Genehmigung: © Jonny Musikant hoodvisions.de |
Planeten: Sie bestehen aus Feststoffen (Merkur, Venus, Erde und Mars) oder aus Gasen, zur Hauptsache ebenfalls Wasserstoff (Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun), kreisen um eine Sonne und senden selbst kein Licht aus, sondern reflektieren das Licht ihrer Sonne. Von den acht Planeten unseres Sonnensystems sind maximal fünf mit freiem Auge erkennbar. Es gibt auch Planeten außerhalb unseres Sonnensystems (extrasolare Planeten), die um andere Sterne kreisen. Sie können jedoch nicht mit Teleskopen beobachtet und fotografiert werden, da sie viel zu lichtschwach sind. Es werden andere, indirekte Nachweismethoden angewendet, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann. |
Fotos der Raumsonde Voyager 1 aus dem Jahr 1977. |
Monde (= natürliche Satelliten): Sie kreisen um einen Planeten, senden selbst kein Licht aus, sondern reflektieren das Licht der Sonne, um die ihr Planet kreist. Außer unserem Erdmond können wir keinen anderen Mond in unserem Sonnensystem mit freiem Auge erkennen. Die inneren Planeten unseres Sonnensystems haben sehr wenige Monde:
Die äußeren dagegen wesentlich mehr:
Ebenso wie extrasolare Planeten um andere Sonnen kreisen, werden natürlich auch extrasolare Monde um viele dieser Planeten kreisen, - aber wenn man nicht einmal die Planeten sieht... |
| Daneben gibt es noch Nebel (mit wenigen Ausnahmen mit freiem Auge nicht zu sehen), Asteroiden (mit freiem Auge nicht zu sehen), Kometen und Sternschnuppen (sehr selten zu sehen). | |
| Nebel und Galaxien: Siehe weiter unten | |
Asteroiden (auch Planetoiden) sind kleine Himmelskörper, die wie die großen Planeten unsere Sonne umkreisen. Nur die wenigsten überschreiten einen Durchmesser von 100 km. Da sich der Großteil von ihnen auf Umlaufbahnen zwischen den Planeten Mars und Jupiter befindet, nahm man lange an, dass hier einst ein weiterer Großplanet kreiste, der durch eine kosmische Katastrophe in Millionen Bruchstücke zerborsten war. |
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Kometen (auch Schweifsterne) bewegen sich auf lang gestreckten elliptischen Umlaufbahnen um die Sonne und können nur beobachtet werden, wenn sie sich in Sonnennähe befinden. Dann nämlich ziehen sie den bekannten, bis zu 100 Millionen Kilometer langen charakteristichen Schweif (Koma) hinter sich her. 1997 tauchte als viel beachtete astronomische Sensation der Komet Hale-Bopp auf und war über einen Zeitraum von über einem Jahr mit freiem Auge gut zu sehen. Er wird allerdings erst um das Jahr 4535 wieder ins innere Sonnensystem gelangen. |
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Sternschnuppen (Meteore, Meteoride) sind Objekte von der Größe eines Staubkornes (die meisten) bis hin zu einigen Metern, die im Sonnensystem in riesiger Anzahl umher "vagabundieren". Wir sind davor weitestgehend verschont, obwohl pro Tag etwa 10 Milliarden (!) Meteoride auf unsere Erde zufallen: (Fast) alle verglühen in der Atmosphäre unserer Erde. In der Zeit zwischen 10. u. 14. August kann man besonders viele Sternschnuppen beobachten, den Meteorstrom der Perseiden. |
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So gut wie alle Sterne, die wir am nächtlichen Himmelskörper sehen, sind selbst leuchtende Sonnen!
Eine Ausnahme davon bilden nur unsere Nachbarplaneten, die - je nach Jahreszeit - mehr oder weniger gut zu sehen sind:
Von den 8 Planeten (Pluto wurde 2006 ja zum "Zwergplaneten" degradiert), die unser Zentralgestirn - die Sonne - umkreisen, sind maximal 5 mit freiem Auge zu sehen:
>>> Größenvergleich Sonne - Planeten
Und dann natürlich der auffälligste Himmelskörper, unser Mond, genauer gesagt, der Erdmond, denn auch andere Planeten haben ihre "stillen Begleiter", also Monde! (Allein der größte Planet unseres Sonnensystems, Jupiter, wird von 63 bekannten Monden umkreist!)
Der Mond unsere Erde umrundet diese auf einer elliptischen Bahn in einer durchschnittlichen Entfernung von 384.400 km in 27 Tagen, 7 Stunden und 43,7 Minuten. Er ist der Erde so nahe, dass er sogar bei Tageslicht zu sehen ist.
Was wir also in unserem Sprachgebrauch als "Stern" bezeichnen, ist also bis auf ganz wenige Ausnahmen eine Sonne, genau so wie unsere, nur eben viel weiter von uns entfernt und daher nur mehr als ein Lichtpünktchen am nächtlichen Himmel wahrnehmbar.
Dabei ist unsere Sonne ein eher kleines Sternchen im Vergleich zu solchen Riesen wie Pollux, Antares, Beteigeuze, Arcturus und anderen.
>>> Hier finden Sie einen sehr eindrucksvollen Größenvergleich zwischen unseren Planeten, den Planeten und unserer Sonne und schließlich zwischen unserer und einigen anderen Sonnen.
(Die Seite ist manchmal überlastet!)
Selbst ausgebildete Astronomen kommen bisweilen ins Grübeln, wenn sie versuchen, sich die astronomischen Entfernungen, über die sie da so selbstverständlich täglich reden, tatsächlich vorzustellen, denn sie überschreiten eigentlich jegliches menschliche Vorstellungsvermögen.
Es ist wohl so ähnlich, wie wenn ein altkluger Zehnjähriger mit einer 500 GB - Festplatte angibt, die ihm die Oma zu Weihnachten geschenkt hat: Er kann sich unter der Zahl 500.000.000.000 natürlich absolut nichts vorstellen, - und ehrlich gesagt: Die meisten Erwachsenen auch nicht...
Wenn Sie in Stellarium einen Stern anklicken, erhalten Sie links oben nähere Angaben zu diesem Stern, darunter auch die Entfernung des Sternes von der Erde.
Diese Entfernungsangaben erfolgen entweder in Lichtjahren oder Astronomischen Einheiten (AE). Mit diesen Maßeinheiten müssen wir uns ein wenig beschäftigen, um wenigstens den Versuch zu unternehmen, eine kleine Vorstellung von den Dimensionen des Sternenhimmels zu erhalten.
Das Lichtjahr
Mit Kilometern ist in der Astronomie natürlich nichts anzufangen: Die Zahlen wären viel zu groß und unlesbar.
Daher wurde zunächst das Lichtjahr eingeführt. Was sich anhört wie ein Maß für eine bestimmte Zeit ist in Wirklichkeit eine Maßeinheit für Entfernungen, - nämlich jene Strecke, die ein Lichtstrahl in einem Jahr zurücklegt.
Dafür muss man zunächst einmal wissen, wie schnell denn dieser vorwitzige Lichtstrahl unterwegs ist.
Nun, - er legt in einer einzigen Sekunde
300.000 km zurück!
Würde sich dieser Lichtstrahl auf einer gekrümmten Bahn bewegen (was er natürlich nicht tut), dann hätte er in dieser einzigen Sekunde den Äquator unserer Erde immerhin 7 ½ mal umrundet (Erdumfang am Äquator = ca. 40.000 km).
Nur zum Vergleich: Eines jener Flugzeuge, mit dem Sie in den Urlaub zu düsen pflegen und die eine Reisegeschwindigkeit von 1.000 km/h erreichen, würde für eine einzige Erdumrundung 40 Stunden = 1,66 Tage benötigen.
Ganz schön flott unterwegs, so ein Lichtstrahl, nicht wahr?
Und da unser Mond eine durchschnittliche Entfernung von 384.400 km hat, benötigt auch das Licht etwas mehr als eine Sekunde (1,28), um die Erde zu erreichen.
So, und nun wollen wir ausrechnen, wie groß die Strecke in einem ganzen Jahr wird:
1 Lichtjahr = 9.460.800.000.000 Kilometer |
Spätestens jetzt sehen Sie, dass das Kilometer als Entfernungsmaß in der Astronomie völlig ungeeignet ist.
Das Lichtjahr wird als Längenmaß innerhalb unserer Galaxie - der Milchstraße - verwendet.
Die Astronomische Einheit (AE)
Dies ist neben dem Lichtjahr eine weitere wichtige Längeneinheit im Astronomischen Maßeinheitensystem.
1 AE = 149.597.870.691 Meter oder (abgerundet) 149.597.870 Kilometer (= ca. 3.740 mal der Erdumfang am Äquator!), das entspricht dem mittleren Abstand vom Erdmittelpunkt zum Mittelpunkt unserer Sonne.
Die Astronomische Einheit wird für Entfernungsangaben innerhalb unseres Sonnensystems - also vergleichsweise geringe Entfernungen - verwendet.
Umgerechnet in Lichtjahre entspricht 1 AE = 8 Lichtminuten und 19 Lichtsekunden, - das ist also die Zeit, in der das Licht von der Sonne bis zur Erde gelangt.
Wenn Sie also jetzt einen (kurzen!) Blick zur Sonne werfen, dann sehen Sie die Sonne in jener Position und in jenem Zustand, in dem sie sich vor 8,3 Minuten befand. Sie sehen also in die Vergangenheit!
Wenn Sie allerdings den bekannten Polarstern (Polaris) anvisieren, dann sehen Sie nicht nur einige Minuten in die Vergangenheit, sondern 431,42 Jahre! Denn das ist die Entfernung zwischen Erde und Polarstern, gemessen in Lichtjahren.
Und die Entfernung von Galaxien und Nebeln kann mehrere hundert Millionen Lichtjahre sein, - und dennoch können die Astronomen sie entdecken und erforschen, vor allem dank des Weltraumteleskops Hubble, aber auch erdgebundener Teleskope wie dem Very Large Telescope (VLT) auf einem 2660 m hohen Berggipfel in Chile. Aber ob es ein solch weit entferntes Objekt inzwischen überhaupt noch gibt, kann niemand wissen, denn wir sehen es ja in dem Zustand und an jenem Ort, in dem es vor hunderten Millionen Jahren war...
Eine weitere wichtige Größe bei den näheren Informationen zu einem ausgewählten Objekt ist seine scheinbare Helligkeit. Diese gibt nicht an, wie hell ein Himmelskörper tatsächlich strahlt, sondern wie hell er einem Beobachter auf der Erde erscheint.
Die scheinbare Helligkeit hängt also einerseits von der tatsächlichen Leuchtkraft des Himmelskörpers, andererseits von seiner Entfernung zur Erde ab.
Die scheinbare Helligkeit kann auf Grund sich verändernder Entfernungen, aber auch der sich verändernden Größe vieler Sterne Schwankungen aufweisen, dies gilt besonders für die Planeten unseres Sonnensystems.
(Übrigens: Im Programm Stellarium bedeutet B-V die Differenz zwischen der minimalsten und maximalsten Helligkeitsabweichung des betreffenden Sternes.)
So erscheint uns am nächtlichen Himmel der Erdmond als wesentlich größer und heller als eine noch so große Riesensonne, die sich aber in hunderten Lichtjahren Entfernung befindet. Dabei ist unser Mond im Größenvergleich mit diesen Riesen gerade einmal ein winziges Staubkörnchen.
Noch eindrucksvoller erleben wir diesen Effekt bei unserer Sonne, die alle anderen um ein Vielfaches überstrahlt, obwohl sie im imposanten Schauspiel der Milliarden von Sonnen eigentlich nur eine kleine Nebenrolle spielt und ein recht kümmerliches Sternchen ist.
Die Maßeinheit der scheinbaren Helligkeit, gemessen in [mag] (Magnitude), ist das Ergebnis einer komplizierten Berechnung und führt zu dem paradoxen Ergebnis, dass ein Stern (für uns!) umso schwächer leuchtet, je größer seine Magnitude ist. So richtig gut sehen wir jene Sterne, deren scheinbare Helligkeit kleiner als null ist und die daher ein negatives Vorzeichen aufweisen.
Die Sonne hat beispielsweise die scheinbare Helligkeit -26,8 mag, der Vollmond -12,2, der Planet Venus -4,3, und die Planeten Mars und Jupiter -2,8.
Es gibt nur wenige Fixsterne mit negativen Werten, z.B. Sirius im Großen Hund (-1,4 mag) und Canopus im Schiffskiel (-0,73 mag).
Wega in der Leier hat den Helligkeitswert 0,0 und die meisten anderen sichtbaren Himmelskörper haben positive Werte und damit eine geringere Helligkeit, z. B. der Planet Mars +0,05, Deneb im Schwan +0,1, Rigel Im Orion +0,12, Beteigeuze im Orion (ein roter Riese mit dem 622-fachen Durchmesser unserer Sonne!) +0,5, der Polarstern +0,63, Capella im Fuhrmann +0,8 usw.
| Im idealen Beobachtungsfall kann man mit freiem Auge Sterne bis zu einer scheinbaren Helligkeit von +6 [mag] sehen, alles was darüber liegt, kann nur mehr mit einem Fernglas, einem Fernrohr bzw. einem Teleskop (bis ca. 30 [mag]) gesehen werden. |
Bei idealen Beobachtungsbedingungen kann man am hohen nächtlichen Sternenhimmel manchmal eine bandförmige Anhäufung von Sternen erkennen, der wie ein milchiger Fluss beinahe von Horizont zu Horizont reicht:
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Dieser helle Streifen, in dem man die einzelnen Sterne oft gar nicht unterscheiden kann, fiel den antiken "Sternguckern" natürlich schon vor Jahrtausenden auf (die Beobachtungsvoraussetzungen waren damals - im Vergleich zu den heutigen Verhältnissen - geradezu ideal!), und im antiken Griechenland gab man ihm den Namen galaxias, von gala = Milch und xias = Weg. Erst der berühmte Physiker und Astronom Galileo Galilei entdeckte 1609, dass dieses weiße, milchige Band in Wirklichkeit aus unzähligen einzelnen Sternen bestand, als er es als erster durch ein Fernrohr beobachtete. Bis heute blieb der Name Galaxie in den meisten Sprachen als Begriff für eine ungeheure Ansammlung von Sternen erhalten, so auch im Deutschen. Die Galaxie, in der unser Sonnensystem beheimatet ist, heißt ebenfalls Milchstraße, im Englischen milky way. Dieses schmale Band der Milchstraße, das wir in schönen, klaren Nächten sehen können, ist aber nur ein (kleiner) Teil der gesamten Galaxie namens Milchstraße! |
Mit freundlicher Genehmigung: © Bernd Nies |
Galaxien...
...sind also riesige Ansammlungen von Materie wie Sonnen, Planetensystemen, Gasnebeln und Staubwolken, die aus mehreren hundert Millionen bis vielen Milliarden Sternen bestehen. Sie kreisen um ein gemeinsames Zentrum und werden durch die Gravitation (= Schwerkraft) dieser gewaltigen Materiemassen zusammengehalten, wenn es auch innerhalb dieser Galaxien zu äußerst turbulenten Vorgängen kommen kann (unzählige Sterne "sterben" auf sehr spektakuläre Art und Weise - und andere werden aus interstellarem Staub auch wieder "geboren").
Als Nebel...
... wurden früher auch Galaxien bezeichnet (z. B. Andromedanebel M31 = Andromeda-Galaxie; Dreiecksnebel M33 = Dreiecks-Galaxie), da man die Zusammensetzung ihrer Materie noch nicht entschlüsseln konnte: Beide erschienen als schwache, verwaschene, nebelförmige, milchige - na eben Nebel!
Heute wird die Bezeichnung kosmischer Nebel jedoch fast ausschließlich für interstellare Wolken aus Staub und Gas verwendet, die sich zwischen den Sternen (= interstellar), aber auch um sie herum befinden, - sowohl innerhalb unserer Milchstraße als auch innerhalb entfernter Galaxien, aber auch zwischen diesen.
Galaxien sehen wir, da in ihnen viele Millionen, meist sogar Milliarden von Sonnen leuchten. Nebel dagegen können wir nur dann sehen, wenn sie auch Licht emittieren, - und das tun sehr viele, und zwar in den buntesten Farben und bizarrsten Formen, u. a.
Über die Zahl der existierenden Galaxien und Nebel können keine genauen Angaben gemacht werden. Eine Hochrechnung ergab, das es etwa 50 bis 100 Milliarden Galaxien gibt, die mit heutiger Technik von der Erde (bzw. einer Erdumlaufbahn) aus beobachtet werden können.
Aber wie viele können wir - auch mit der derzeit besten Ausstattung (z. B. Hubble-Teleskop) nicht beobachten?
Galaxien variieren stark in Aussehen, Größe und Zusammensetzung, aber im wesentlichen unterscheiden wir zwischen elliptischen, spiralförmigen und balkenspiralförmigen Galaxien.
Das braucht uns jedoch hier nicht näher zu interessieren, denn Galaxien sind, mit Ausnahme der Andromeda-Galaxie - und natürlich von Teilen unserer eigenen Milchstraße - außerhalb unseres Beobachtungsbereiches, soferne wir dem Sternenhimmel nicht mit riesigen Teleskopen zu Leibe rücken.
© John Lanoue, bedfordnights.com |
Die Andromeda-Galaxie, auch Andromedanebel genannt, ist die unserer Milchstraße am nächsten gelegene Galaxie - und hat doch die für uns unvorstellbare Entfernung von ca. 2,5 Millionen Lichtjahren! Sie hat einen Durchmesser von ca. 150.000 Lichtjahren und eine scheinbare Helligkeit von +3,5 und ist damit das am weitesten entfernte Objekt, das bei guten Beobachtungsbedingungen mit freiem Auge als verwaschene Wolke zu sehen ist. |
Der Andromedanebel hat seinen Namen deswegen erhalten, weil er sich im Sternbild Andromeda befindet. Im Programm Stellarium können Sie ihn sehr schön sehen: Klicken Sie auf die Suchen-Schaltfläche und tippen Sie M31 ein. Und nun zoomen Sie sich mit dem Mausrad oder mit der Bild nach oben - Taste an ihn heran! Sie müssten schon über ein ausgezeichnetes Teleskop (und viel Geduld) verfügen, um ein ähnlich eindrucksvolles Bild in der Natur zu sehen! |
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Unsere Milchstraße gehört - wie auch der Andromeda-Nebel - zur Klasse der Balkenspiral-Galaxien. Könnten wir sie aus einer sehr großen Entfernung (mehrere Millionen Lichtjahre) beobachten, dann würde man die fünf Spiralarme deutlich erkennen und unsere Sonne wäre ein nicht erkennbares kleines Pünktchen vor der Pfeilspitze (in der Abbildung rechts). Was wir in klaren, dunklen Nächten als "Milchstraße" sehen, ist also nur ein kleiner Teil des (über uns) nächst gelegenen Spiralarmes der Milchstraße.
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Da, irgendwo ist sie, - unsere Sonne, nein, - wäre sie, wenn wir unsere Milchstraße von außen sehen könnten! |
So absurd es zunächst klingen mag, - aber über die Struktur unserer Milchstraße weiß man bedeutend weniger als über die Strukturen anderer, weit entfernter Galaxien.
Ist aber auch kein Wunder:
Jemand, der in einem kleinen Büro im 80. Stock des Empire State Building sitzt, kann sich von dort aus keinen Überblick über das gesamte Empire State Building machen, geschweige denn es fotografieren. Er hat aber von dort aus einen wunderbaren Überblick über ganz New York und sieht also von den benachbarten (und auch weit entfernten) Gebäuden mehr als von seinem eigenen Wolkenkratzer.
Und dennoch: Einiges weiß man schon über unsere Milchstraße, - hier einige (bisher bekannte) Fakten:
Bezeichnung der Sterne, Galaxien und Nebel
Der französische Astronom Charles Messier (1730 - 1870) entdeckte bei seiner systematischen Suche nach Kometen immer wieder nebelig aussehende Objekte, die zwar wie Kometen aussahen, aber keine messbaren Bewegungen aufwiesen: Er hatte Galaxien und Nebelsysteme entdeckt, freilich ohne sich dessen bewusst zu sein.
Um Verwechslungen mit tatsächlichen Kometen auszuschließen, legte er daher einen Katalog dieser Objekte an. Später wurden diese von ihm entdeckten Gebilde ihm zu Ehren als M1, M2, M3... bezeichnet. Der Messier-Katalog endet bei M110.
1888 wurde ein neuer Katalog, der New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars, kurz NGC eingeführt (= Neuer allgemeiner Katalog der Nebel und Sternhaufen). Dieser Katalog enthält 7.840 Objekte, darunter auch die meisten des Messier-Kataloges.
Der NGC wurde 1908 noch um die beiden Index-Kataloge IC I und IC II erweitert. Daneben gibt es aber noch eine ganze Reihe weiterer Kataloge.
Wenn Sie im Programm Stellarium die Nebel zuschalten und einen von ihnen anklicken, dann sehen Sie in der Informationsbox links oben sowohl die Bezeichnungen nach dem Messier-Katalog als auch nach dem NGC.
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Nebel sichtbar machen: Werkzeug Nr. 9 |
Einige Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops |
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a) Galaxien |
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Whirlpool-Galaxie M51 NGC 5194, |
NGC 1300 |
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Mäuse-Galaxien NGC 4676 |
Wagenrad-Galaxie, |
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b) Nebel ("Wolken" aus Gas und Staub, innerhalb unserer Milchstraße) Nur mit den besten Teleskopen zu sehen: Bizarre, wunderschöne Gebilde, die aus "fast nichts" bestehen! |
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Ameisennebel MZ 3 |
Pferdekopfnebel B 33 |
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Eskimonebel NGC 2392 |
Stundenglas- oder Sanduhrnebel MyCn 18 |
Sie beobachten den nächtlichen Sternenhimmel und Ihnen fallen fünf oder sechs Sterne auf, die geruhsam über den nächtlichen Sternenhimmel wandern, dabei aber immer die gleichen Abstände zueinander einhalten, also immer in der selben Konstellation zueinander zu sehen sind.
Da Sie ein phantasievoller Mensch sind, glauben Sie, in diesen Sternen (zum Beispiel) ein Haus zu erkennen, wenn man sie mit gedachten Linien verbindet.
OK, - Gratulation: Sie haben sich soeben ein Häuschen im Himmel gebaut und das neue Sternbild HAUS entdeckt, - wenn auch nur für sich selbst...
Sternbilder sind also immer ein subjektiver Eindruck bestimmter Personen und damit natürlich nichts von der Natur Vorgegebenes oder gar Vorgeschriebenes. Sie stehen auch in keinerlei physikalischem oder astronomischem Zusammenhang zueinander, sie gehören also nicht zusammen, sondern haben sowohl zueinander als auch zu unserer Erde die unterschiedlichsten Entfernungen.
Sternbilder sind also nichts anderes, als das Ergebnis des Versuches, in bestimmten Sternen irgendwelche Figuren zu erkennen. Einige dieser Sternbilder sind ja tatsächlich sehr gut als solche zu erkennen, besonders der Große Wagen, für andere braucht man jedoch schon sehr viel Phantasie. So besteht der "Kleine Hund" aus bloß zwei mit freiem Auge sichtbaren Sternen (Procyon und Gomeisa). Wer hat da einen Hund gesehen? Oder hat er gebellt?
1 Orion (Alphastern Beteigeuze) 2 Großer Hund (AS Sirius) 3 Kleiner Hund (AS Procyon) 4 Stier (AS Aldebaran) 5 Zwillinge (AS Castor) 6 Fuhrmann (AS Capella) 7 Krebs (AS Acubens) |
Mit Hilfe des Programmes Stellarium können Sie ja sehr gut sehen, welche Figuren den Sternbildern zugrunde liegen bzw. in sie hineingedeutet wurden, wenn Sie in der Werkzeugleiste die Schaltfläche 3 aktivieren!
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Wir sagten einleitend: die Sterne (beispielsweise Ihr Sternbild HAUS) wandern über den Sternenhimmel. Das tun sie in Wirklichkeit nicht bzw. in so geringem Ausmaß, dass Unterschiede in ihrer Position erst im Laufe von Zehntausenden von Jahren erkennbar wären.
Man nannte diese Sterne daher Fixsterne im Gegensatz zu den Wandelsternen, die ihre Position sehr rasch verändern.
Von all den vielen sichtbaren Sternen gehören jedoch nur fünf zu den Wandelsternen, alle anderen sind Fixsterne. Wenn Sie ein Stückchen weiter oben aufmerksam gelesen haben, dann wissen Sie bereits: Diese fünf Wandelsterne sind die fünf mit freiem Auge sichtbaren Planeten unserer Sonnensystems.
Ein Planet oder Wandelstern kann also niemals Bestandteil eines Sternzeichens sein, da er seine Position im Vergleich zu den anderen Sternen sehr rasch verändert.
Nun, wenn die (Fix)Sterne also nicht wandern, warum können wir dann diese Wanderung deutlich sehen, wenn wir z. B. jede Stunde wieder einmal nachschauen gehen?
Wir sehen uns natürlich demselben Phänomen gegenüber, das die Menschheit jahrtausende lang perfekt täuschen konnte: Unserer Sonne "geht auf", "wandert" über das Himmelsgewölbe, und "geht" schließlich wieder "unter". Sie "kreist" also um die Erde - wie der Mond und die Sterne.
Erst der polnische Gelehrte Nikolaus Kopernikus (1473 - 1543) erkannte den wahren Sachverhalt: Nicht die Erde steht im Mittelpunkt unseres Sonnensystems, sondern die Sonne. Um sie kreisen alle Planeten, also auch unsere Erde.
(Aber bereits fast 2.000 Jahre früher hatte der griechische Astronom Aristarchos von Samos,310 - 230 v. Chr., die selbe Theorie vertreten!)
Wir sehen die Sonne, den Mond und die Sterne einzig und allein aus dem Grund "auf- und untergehen", weil die Erde um ihre eigene Achse rotiert, - bekanntlich einmal in 24 Stunden! Die Sterne gehen also nicht auf oder unter, sondern wir selbst bewegen uns durch die Erdrotation auf sie zu bzw. von ihnen weg. |
Mit freundlicher Genehmigung: © Bernd Nies |
Dieses eindrucksvolle Foto wurde 8 Minuten lang belichtet und man sieht die Wege, die die Sterne in dieser Zeit "zurückgelegt" haben. In Wirklichkeit haben sie sich überhaupt nicht bewegt, sondern die Erde hat sich weitergedreht! Es entsteht der Eindruck, die Sterne würden - ebenso wie die Sonne - "auf- und untergehen". |
Ganz anders steht es jedoch um den Polarstern (Polaris) und die Sternbilder, die um ihn kreisen.
Der Polarstern steht nämlich (fast) genau in Richtung des nördlichen Endes der Erdachse und ist daher auf der Nordhalbkugel ganzjährig am selben Ort sichtbar, - und das erklärt auch seine Einzigartigkeit als Orientierungs- und Navigationshilfe:
Der Polarstern "wandert" also weder, noch "geht er auf oder unter", ihm kann also die Rotation unserer Erde nichts anhaben, - er steht vielmehr seit Jahrtausenden unbekümmert an seiner Position und weist uns verlässlich die Nordrichtung.
(Geringe Abweichungen gibt es schon. Aber daran ist wiederum nicht er schuld, sondern die "besoffenen" Torkel- oder Kreiselbewegungen, die unsere Erde bei ihrer Eigenrotation in einem Zeitraum von 25.700 Jahren immer wieder vollführt, und die nicht ganz unwesentlich an den Eis- und Warmzeiten beteiligt sein dürften.)
Die Sternbilder des nördlichen Sternenhimmels gehen also - wie auch der Polarstern selbst - nicht "auf" oder "unter", sondern sie scheinen den Polarstern beständig zu umkreisen.
Sie werden daher zirkumpolar, also rund um den Polarstern, genannt. Sie finden sich dabei mal "unterhalb", mal "oberhalb", mal "links" oder mal "rechts" des Polarsterns, sie stehen dabei auch bisweilen "auf dem Kopf" und machen es uns daher nicht immer ganz leicht, sie zu finden. Wir sprechen hier natürlich vor allem vom Großen und Kleinen Wagen (die eigentlich Teile der Sternbilder Großer und Kleiner Bär sind) und von der Kassiopeia, dem großen "Himmels-W".
Aber auch diese zirkumpolaren "Umkreisungen" des Polarsternes sind natürlich wieder nur eine Projektion unserer Erdrotation - und finden in Wirklichkeit nicht statt!
Der Polarstern hat zwar die scheinbare Helligkeit von +2,02, - dennoch ist er nicht immer so leicht zu finden. Das beeindruckende - und relativ leicht aufzufindende - Sternbild des Großen Wagen erleichtert uns die Suche beträchtlich. Aber die zirkumpolaren Sternbilder stehen eben manchmal auch "auf dem Kopf", wie die nebenstehende Abbildung deutlich zeigt! Worauf es ankommt? Finden Sie jetzt nach Hause? |
Besonders eindrucksvoll erkennt man die scheinbare Wanderung der zirkumpolaren Sterne und Sternbilder um den Polarstern herum in einem Foto mit langer Belichtungszeit. Diese Aufnahme wurde 16 Minuten lang belichtet. Wie in einem Schwindel erregenden Tanz scheinen die Sterne den Polarstern, der genau zwischen den Spitzen der beiden mächtigen Bäume deutlich zu erkennen ist, zu umrunden. Der Polarstern ist ein gigantisch großer "Überriese". Wäre er von der Erde gleich weit entfernt, wie unsere Sonne, dann würde er diese an Helligkeit zweitausend Mal übertreffen. Übrigens: |
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| Aber auch mit dem Programm Stellarium können Sie den Tanz der zirkumpolaren Sterne um den Polarstern sehr anschaulich beobachten: Klicken Sie in die Suchen-Schaltfläche und geben Sie Polaris ein, klicken Sie dann auf Fertig. Nun klicken Sie rechts unten in der Zeit-Leiste drei oder vier mal auf den Doppelpfeil nach rechts, mit dem Sie den Ablauf dieses Tanzes beschleunigen. Es ist dabei günstig, die Sternbilder einzublenden (Schalter 1 in der Werkzeugleiste), die Namen der Sternbilder jedoch auszublenden (Schalter 2). |
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Nach diesem kleinen Ausflug zu den scheinbaren Bewegungen der Sterne kehren wir nun wieder zum Thema Sternbilder zurück.
In allen alten Kulturkreisen überall auf der Erde wurden die Himmelskörper genau beobachtet, benannt und zu Bildern zusammengefasst (Aborigines, Chinesen, Inder, Babylonier, Ägypter, Griechen, Indianer, Inka, Maya,...).
Das hatte teils mystisch-religiöse, teils aber auch durchaus praktische Gründe, denn durch eine genaue Kenntnis der immer wiederkehrenden Konstellationen der Sonne, des Mondes und der Sterne war es möglich, den Ablauf der Zeit in bestimmte, sich stets wiederholende Abschnitte zu teilen und die wichtigen jahreszeitlichen Wendepunkte vorherzusagen.
Und auch die Orientierung spielte natürlich eine ganz bedeutende Rolle: Wie konnte man (ohne Kompass) riesige Wüsten durchqueren oder sich auf das offene Meer wagen, wenn man sich tagsüber nicht an der Sonne und des Nachts an den Gestirnen orientieren konnte!
Diese Menschen längst vergangener Epochen suchten allerdings nicht nach so prosaischen Gebilden wie wir in unserem Beispiel mit dem Haus, sondern vor allem nach mythischen Figuren, Göttern und heiligen Tieren, die sie vielfach mit Göttern in Verbindung brachten. Eine der wichtigsten Gottheiten verkörperte in zahlreichen prähistorischen Kulturen der Sonnengott, - und in der Tat ist ja die Existenz der Sonne essentiell für jegliches Leben auf unserem Planeten.
(Welch unvorstellbarer Schock muss es für die Menschen über Jahrtausende gewesen sein, wenn sich die Sonne plötzlich am hellichten Tag verfinsterte!)
Damals wie heute scheint sich die Sonne auf einer kreisförmigen Bahn um die Erde zu bewegen. Diese Bahn wird Ekliptik genannt. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und bezeichnet jene Bahn, die die Sonne (scheinbar!) in einem Jahr durchläuft.
Da eine Beobachtung der Sterne bei Sonnenschein nicht möglich ist, beobachteten die Astronomen (Astrologen?) der alten Kulturen jene Sterne, die knapp nach dem Sonnenuntergang bzw. knapp vor ihrem Aufgang am Himmel zu sehen waren und wussten daher, welches Sternzeichen die Sonne nachts durchlaufen hatte bzw. tagsüber durchlaufen würde. Daraus konnten sie schließen, wie weit die Sonne auf ihrem jährlichen "Umlauf um die Erde" jeweils war.
Die Basis unserer Sternbilder schufen die Babylonier im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris bereits um 2.500 v. Chr., also vor etwa 4.500 Jahren.
In Abständen von 30 Grad wurden jeweils Sternbilder kreiert, womit das Jahr bereits in 12 Einheiten eingeteilt wurde (30 mal 12 = 360 Grad).
Diese ersten 12 Sternbilder sind heute noch die Basis der Astrologie, die nicht mit der Astronomie verwechselt werden darf: Astronomie ist die Sternkunde, also die wissenschaftliche Lehre von den Gestirnen; die Astrologie dagegen ist Sterndeutung, also der Versuch, aus dem Lauf der Gestirne die Zukunft zu deuten (Horoskop).
Die Astrologie spielte im Altertum eine wesentlich größere Rolle als heute, denn in den Sternen sah man Götter, die jederzeit das Schicksal des Menschen zu beeinflussen vermochten.
Diese ersten 12 Sternbilder werden als Tierkreis- oder Sternzeichen bezeichnet, obwohl nicht alle Tiere sind (Zwillinge, Jungfrau, Waage, Schütze, Wassermann).
Durch diese Sternbilder waren allerdings längst nicht alle Sterne erfasst worden. Im antiken Griechenland wurde ihre Zahl auf 48 erweitert, die hauptsächlich nach Gestalten der griechischen Mythologie benannt waren.
Der griechische Astronom Claudius Ptolemäus schuf im 2. Jhdt. als Höhepunkt der antiken Astronomie den ersten umfassenden Sternenkatalog, den Almagest, in dem die Bahnen der Himmelskörper auf mathematischer Grundlage präzise beschrieben wurden und durch den es möglich war, die Position der Gestirne genau voraus zu berechnen.
Vom 2. bis zum 17. Jahrhundert, also über einen Zeitraum von mehr als 1.500 Jahren!, blieb der Almagest das Standardwerk der Astronomie.
Er hatte allerdings einen "kleinen" Fehler: Für Ptolemäus stand - wenig überraschend - die Erde im Mittelpunkt des Weltalls (Ptolemäisches oder Geozentrisches Weltbild).
Erst der bereits erwähnte Nikolaus Kopernikus stellte in seinem 1509 verfassten Commentariolus die Theorie auf, dass die Sonne unser Zentralgestirn sei (Kopernikanisches oder Heliozentrisches Weltbild), und erst 100 Jahre später, ab 1610, konnte Galileo Galilei mit Hilfe seines Fernrohres die Richtigkeit der kopernikanischen Theorie zwar beweisen, aber gegen den Widerstand des Vatikans nicht durchsetzen.
Im Gegenteil: 1633 musste er in einem Prozess in Rom seine Lehren "verfluchen und verabscheuen", jegliche Lehrtätigkeit aufgeben und noch froh sein, dass seine lebenslange Kerkerstrafe in einen ebenso langen Hausarrest (bis zu seinem Tod 1642) umgewandelt wurde.
Aber: Die Zahnpasta war aus der Tube, - und dahin bekommt man sie bekanntlich nicht mehr zurück...
Ab dem Jahre 1600 kamen weitere Sternbilder hinzu, vorwiegend am Südhimmel, denn dieser war den Europäern der Antike ja weitgehend unbekannt gewesen.
Um 1750 wurden die Sterne der südlichen Halbkugel systematisch kartografiert und spätestens um diese Zeit wird der große Unterschied zur Antike augenscheinlich: Nicht mehr mythologische Figuren bevölkern nun den Himmel, sondern die Errungenschaften der Technik werden in ihn projiziert. Sternbilder wie Kompass, Sextant, Achterdeck des Schiffs, Kiel des Schiffs, Segel des Schiffs, Mikroskop, Teleskop, Pendeluhr, Zirkel, Chemischer Ofen und sogar Luftpumpe schockierten alte Platzhirsche wie Andromeda, Herkules, Orion, Löwe u. &, die schon seit Jahrtausenden gewissenhaft ihre Nachtschichten am Himmel verrichtet hatten.
Seien wir doch froh, dass wir auf unserer Nordhalbkugel vor diesen neureichen Banausen verschont geblieben sind...
Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgten zahlreiche Versuche, die alten Sternbilder umzutaufen, einerseits die "heidnischen" Bezeichnungen zu "christianisieren", andererseits mächtige europäische Herrscherhäuser am Himmel zu verewigen. (Na ja, - die armen Hofastronomen wollten eben auch ihre Arbeitsplätze sichern...)
Aber da die Teleskope immer besser und dadurch die Zahl der Sterne immer "größer" wurde, bestand eben Bedarf nach immer neuen Sternbildern. Sie wuchsen sozusagen wie die Schwammerln nach dem Regen. Das trieb kuriose Blüten und immer neue Sternkataloge. Bald herrschte eine babylonische Sprachenverwirrung, da sich jeder zweite Astronom bemüßigt fühlte, sich seinen eigenen Katalog zu stricken.
1798 kam es in der Sternwarte der deutschen Stadt Gotha zu einem ersten europäischen Astronomenkongress, bei dem zahlreiche zuvor vorgeschlagene Sternbilder verworfen und andere wiederum neu vorgeschlagen wurden. Aber weiterhin herrschten Eifersüchteleien und Uneinigkeit unter den europäischen Astronomen.
Erst 1922 einigte man sich auf der Ersten Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in Rom auf eine Zahl von 88 Sternbildern sowie auf eine einheitliche Nomenklatur der Sterne und Sternbilder.
Seither wird (in allen Sprachen!) beispielsweise der hellste Stern im Schwan (lat. Cygnus) als Alpha Cygni, abgekürzt α Cyg, bezeichnet.
Der zweithellste Stern im Sternbild des Kleinen Hund (lat. Canis minor) wird gemäß dieser Nomenklatur als Beta Canis Minor bezeichnet, abgekürzt β CMi.
Sie finden diese Bezeichnungen auch in der Info-Box des Programmes Stellarium, wenn Sie einen Stern anklicken.
Keiner verlangt von Ihnen, dass Sie die lateinischen Namen - und geschweige denn ihre Abkürzungen! - aller 88 Sternbilder auswendig können, - dafür gibt es bei Wikipedia einen ausgezeichneten Schummelzettel! Sie können dort die Tabellenspalten nach Belieben sortieren, indem Sie auf die komischen gegeneinander zeigenden Doppelpfeile
in den Spaltenköpfen ("Name des Sternbildes", "Lateinischer Name", "Abkürzung"...) klicken!
Liste der Sternbilder bei Wikipedia
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Ja leider: Ganz Gallien (Asterix sagt "fast ganz Gallien") ist längst erforscht, geregelt und vor allem genormt.
Kein indischer Schamane, kein babylonischer Priester, kein ägyptischer Pharao, kein griechischer Astronom, kein fern der Heimat umhersegelnder niederländischer Navigator hat mehr die Möglichkeit, ein Sternbild zu benennen.
Auch mit dem von uns gebauten
Häuschen am Himmel haben wir leider keine Chance auf eine Kommissionierung:
88 Sternbilder, keines mehr, keines weniger. Leider zu spät gekommen... ![]()
Aber längst nicht alle Sterne haben einen Namen, die meisten sind noch namenlos und werden nach dem New General Catalogue nur mit Bezeichnungen wie δ 1 Tau (Delta 1 im Stier), η Leo (Eta im Löwen), ε Cas (Epsilon in der Kassiopeia) usw. benannt.
Ihre Chance: Benennen Sie doch je nach Finanzkraft und Glauben an die internationale astronomische Vermarktungsindustrie einen Stern nach Ihrer Herzallerliebsten und schenken Sie ihn ihr zum Geburtstag!
(Sie haben sich gegen gutes Geld ja auch schon längst ein Grundstück auf dem Mond gesichert, oder nicht?)
Und betrachten Sie diesen Stern dann eng umschlungen in trauter Zweisamkeit mit freiem Auge / mit Opernglas / Feldstecher / Fernglas oder Teleskop.
Das ist Romantik pur und kostet Sie nur zwischen 40,00 (Stern ist mit einem guten Teleskop vielleicht zu sehen) und 170,00 Euro (Stern ist bei besten Bedingungen mit freiem Auge zu sehen).
Und das alles mit Urkunde und lebenslanger Garantie!
Aber erwarten Sie hier bitte keine Links, sonst glauben Sie noch, wir schneiden bei dem Geschäft mit...
Es ist allerdings gut möglich, dass hier einschlägige Werbeeinschaltungen auftauchen, aber auf diese haben wir keinerlei Einfluss!
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Regel Nummer 1: Möglichst wenig Licht!
Sie kennen ja die Begriffe Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung, Umweltverschmutzung und was es da noch so alles an Grauslichkeiten gibt.
Aber haben Sie schon einmal etwas von einer Lichtverschmutzung gehört? Diesen doch eher kurios anmutenden Ausdruck verwenden die Astronomen tatsächlich, wenn sie die Sterne beobachten und fotografieren wollen, sich dabei jedoch von nahen oder fernen Lichtquellen gestört fühlen.
Diese Aufnahme entstand in der Zentralschweiz bei Sarnen (im Tal unter einer Nebeldecke zu sehen). Im Süden ragen die Viertausender der Alpen auf und bilden die Grenze zu Italien. Belichtungszeit: 5 Minuten |
Für Stadtbewohner gilt also: Nach Möglichkeit raus aus der Stadt, denn sonst sehen Sie nur einen Bruchteil der ansonsten mit freiem Auge sichtbaren Sterne. Sie werden nicht nur durch die Vielzahl an künstlichen Lichtquellen beeinträchtigt, sondern vielfach auch durch die Luftverschmutzung, von der die Ballungszentren in der Regel betroffen sind.
Aber auch Bewohner des ländlichen Raumes sollen danach trachten, einen Standort zu finden, der sich fern jeglicher Lichtquelle befindet, - schon das Hoflicht eines Nachbarn ist ein empfindlicher Störfaktor!
Achten Sie auch darauf, dass sich in der Nähe möglichst wenig Straßen befinden, denn durch die Scheinwerfer vorüberfahrender Autos würden Sie immer wieder geblendet werden.
Ideal ist natürlich ein möglichst hoch gelegener Beobachtungsstandort. Jeder, der schon einmal das Glück hatte, in einer sternklaren Nacht vor einer finsteren Berghütte zu sitzen, wird bestätigen, dass man von dem Anblick so vieler Sterne völlig überwältigt ist!
Da Sie bei der Sternbeobachtung zwischendurch doch immer wieder eine Lichtquelle benötigen, sollten Sie sich eine jener Taschenlampen zulegen, bei denen man ein rotes Glas vor das Glühbirnchen schieben kann, denn rotes Licht beeinflusst die Pupille wesentlich geringer als weißes.
Auch das Programm Stellarium bietet die Möglichkeit, die Anzeige auf rot umzuschalten: Werkzeug 14.
Regel Nr. 2: Möglichst viel Zeit!
Sie kennen das: Wenn Sie von einem hell beleuchteten Raum in einen dunklen gehen (z. B. in den Keller, wenn dort gerade die Glühbirne durchgebrannt ist), dann sehen Sie dort zunächst - nichts! Es dauert einige Minuten, bis sich erste Konturen abzuzeichnen beginnen und Sie sich vorsichtig weitertasten können.
Bei starkem Lichteinfall verengt sich unsere Pupille, bei Dunkelheit bzw. Finsternis erweitert sie sich, um möglichst viel von diesem wenigen Licht in das Auge zu lassen. Der Unterschied beträgt zwischen 1,5 (bei hellstem Licht) und 8 Millimeter (bei völliger Dunkelheit).
Diese Anpassungsvorgänge unterliegen nicht unserem Willen, sie erfolgen vielmehr unbewusst.
Aber es dauert bis zu einer ganzen Stunde, bis sich unsere Pupillen auf ihre größtmögliche Weite ausgedehnt haben, - und jeder Lichteinfall lässt sie im wahrsten Sinn des Wortes wieder "zusammenzucken"!
Regel Nr. 3: Warm anziehen!
Es sei denn, Sie erwischen eine laue Sommernacht... ![]()