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Insider-Wissen 5

Thema: Spyware - Big brother is watching you...

(Verfasst von Kurt Hartmann, 04.08.2004; Aktualisierungen: 24.04.2006, 13.04.2011)

big_brother


Flotte Media Player, praktische Musiktauschbörsen, nette Gratisprogramme oder ein kleines Video mit sehr "erotischen" Inhalten, - es gibt so Vieles herunter zu laden aus dem weltweiten Netz - und noch dazu kostenlos!
Leider haben viele dieser Programme auch noch ganz andere Funktionen im Rucksack, die still und leise mit installiert werden und von nun an diskret im Hintergrund laufen, - und von denen wir in vielen Fällen gar nichts bemerken:
Sie spionieren unser Surfverhalten aus, protokollieren alles emsig auf unserer Festplatte und übermitteln die gesammelten Daten bei der nächsten Gelegenheit an riesige Datenbanken.
Ja, - sie schaffen es sogar, unseren Computer zu entern und ihn fortan als ferngesteuerten Zombie zu missbrauchen, beispielsweise, um von ihm aus Spam zu versenden!

1. Was ist Spyware?
2. Wie fängt man sich Spyware ein?
3. Anzeichen für das Vorhandensein von Spyware
4. Einige der bekanntesten Datenschnüffler
5. Schutz vor Spyware
6. Scannen Sie Ihren PC online

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 


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1. Was ist Spyware?

Man sollte meinen, dass Viren, Würmer & Co uns das Leben ohnehin schon schwer genug machen. Leider ist dem nicht so: Eine weitere Gruppe von Programmen versucht, sich auf unseren Computern einzunisten, uns auszuspionieren und das gefundene Material per Internet an Dritte zu übermitteln: Spionage-Programme, englisch Spyware genannt (spy = Spion, software = Computerprogramm).

  • Die Schnüffler kennen bald Ihre Neigungen und Hobbies, Ihre Surfgewohnheiten, Ihre Lieblingssänger
    und -autoren, und wenn Sie Pech haben auch Ihre Passwörter, Konto- und Kreditkartennummern.
  • Die Spione wissen, wie lange Sie im Internet waren und welche Seiten Sie dort besucht haben, wo Sie was heruntergeladen oder gekauft haben - und sie übermitteln dieses Wissen per Internet an riesige Datenbanken, wo jeder Interessent es kaufen kann.
  • In der Folge werden Sie, sobald Sie ins Internet gehen, ständig mit Werbefenstern genervt, die in unregelmäßigen Abständen aufpoppen und die sogar genau jene (oder ähnliche) Seiten bewerben, die Sie schon einmal besucht haben. Besonders lästig (und peinlich) wird das wohl dann, wenn es sich um Werbung für Seiten mit "erotischen" Inhalten handelt.
  • Und sowieso kennen die Schnüffler die Konfiguration Ihres Computers, wissen, welcher Prozessor, welche Grafikkarte, welche Laufwerke eingebaut sind, welcher Monitor, welcher Drucker und welcher Scanner dran hängt.
  • Und wenn's ganz blöd hergeht, "übernimmt" irgendwo auf der Welt ein Außenstehender Ihren Computer, kopiert oder löscht dort vorhandene Daten, lädt und installiert beliebige Programme auf Ihre Festplatte, liest Ihre E-Mails, - aber auch Ihre Bilanzen, erkennt natürlich Ihre E-Mail-Adresse(n) und müllt Sie in der Folge mit Spam (= unerwünschte Werbung) zu, oder er versendet sogar von Ihrem Computer aus Werbe-Mails in alle Welt.

Sie sehen, wie unglaublich vielfältig die Palette dieser Spione ist und wie weitreichend ihre Möglichkeiten sind.
Jedenfalls stellt Spyware nicht nur eine massive Verletzung Ihrer Privatsphäre und eine potenzielle Bedrohung Ihres Computers dar, sondern kann Sie auch in Misskredit bringen bzw. sogar finanziellen Schaden nach sich ziehen.
Da ein Teil der Spyware zudem schlecht programmiert ist, könnte es auch zu Problemen auf Ihrem Computer kommen: Großer Ressourcenverbrauch (der PC wird unendlich langsam), so gut wie keinen Zugriff mehr auf das Internet (da die Spyware dort wie verrückt arbeitet), häufige Systemabstürze.

Spyware findet in der Presse bei weitem nicht jene Aufmerksamkeit, wie manche Viren oder Würmer. Das sagt aber noch lange nichts über ihre tatsächliche Verbreitung aus: Mehrere (deutsche) Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass schon 50 bis 90 (!) Prozent aller privaten Computer mit Spyware verseucht sind!

 
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2. Wie fängt man sich Spyware ein?

Sie werden jetzt überrascht sein: Sie selbst installieren die Schnüffler auf Ihrem PC!
Natürlich nicht mit Absicht, wer würde so etwas schon tun? Aber Sie installieren irgendein Shareware- oder Freeware-Programm, das Sie sich aus dem Internet heruntergeladen haben - und schon ist's passiert!
In vielen Fällen machen Sie das sogar tatsächlich freiwillig, weil Sie sich nämlich vor der Installation mit dem (meist unendlich langen) sogenannten "Privacy Statement" (Nutzungsbedingungen) einverstanden erklären. Und würden Sie das nicht, dann würde das heruntergeladene Programm in den meisten Fällen gar nicht laufen.
Nehmen wir als Beispiel das beliebte Filesharing-Programm KaZaA (Musik-, Programm-, Film- und Spiele-Tauschbörse). Wenn man die letzte Version 2.6.3 (mit deutscher Oberfläche) installiert, werden nicht weniger als 21(!) Spyware-Komponenten gleich mit installiert. Und selbst wenn Sie das Programm wieder deinstallieren (eine Deinstallations-Routine ist im Programm enthalten), verbleiben immer noch 6 dieser Schnüffler auf Ihrem System - und gehen weiterhin fröhlich zur Arbeit!

Oder Sie wollen sich irgendein Video oder eine Animation herunterladen und werden darauf aufmerksam gemacht, dass dafür dies oder jenes kleine Programm oder ActiveX-Element erforderlich ist, welches zuvor installiert werden muss.
Sie stimmen zu - und BUMM!

Viele dieser Gratis-oder Billigprogramme verlangen auch eine Registrierung. "Na ja," denken Sie, "wenn ich schon etwas umsonst bekomme, dann kann ich mich auch registrieren lassen, - ist doch nichts dabei!"
Richtig! Oder eben auch nicht! Das hängt von der Firma ab, von der Sie dieses Programm bezogen haben: Wenn im betreffenden Programm Spyware-Komponenten implementiert sind, dann werden diese im Augenblick der Registrierung ebenfalls installiert, denn mit der Registrierung stimmen Sie ja wieder den Nutzungsbedingungen zu, welche
1. ellenlang,
2. klein gedruckt und
3. meistens in Englisch sind, und die daher
4. kein Mensch liest...

Dann gibt es da aber auch noch die absolut unseriösen Anbieter, die die Spyware von vorneherein in ihre (meist nutzlosen) Programme verpacken und ohne das geringste Anzeichen installieren. Häufig handelt es sich dabei um Programme, die vorgeben, etwas Nützliches zu tun, etwa die Geschwindigkeit Ihrer Internet-Verbindung zu steigern; na - wer möchte das nicht?!
Sie installieren das Programm und freuen sich, jetzt eine schnellere Internet-Verbindung zu haben. In Wirklichkeit haben Sie eine ganze Armee von Spionen auf Ihrem eigenen Rechner in Stellung gebracht! (Wie wollen Sie denn diese "schnellere" Verbindung objektiv prüfen und nachweisen können?)


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3. Anzeichen für das Vorhandensein von Spyware

Ihre Alarmglocken sollten klingeln, wenn eines oder mehrere der folgenden Symptome auftreten:

  • Die Startseite des Browsers (Internet Explorer, FireFox...) wurde auf einmal ohne Ihr Zutun geändert.

  • Sie können eine geänderte Startseite nicht mehr nach Ihren Wünschen verändern.

  • Es sind auf einmal ganze Symbolleisten oder einzelne Symbole vorhanden, die vorher nicht da waren.

  • In den Favoriten finden Sie Internet-Adressen, die Sie dort gar nicht gespeichert haben.

  • Im Browser öffnen sich plötzlich weitere Fenster, die oft keinerlei Zusammenhang mit der von Ihnen gerade besuchten Seite haben.

  • Sie geben in die Adressleiste des Browsers eine Adresse ein, werden dann aber auf eine ganz andere
    Seite
    gebracht.

  • Der Computer reagiert langsamer als gewohnt, besonders, wenn Sie im Internet unterwegs sind.

  • Der Taskmanager lässt sich nicht mehr öffnen.

  • Bestimmte Einstellungen, zum Beispiel der Desktop-Hintergrund, lassen sich nicht mehr ändern.

  • Ein angebliches Virenschutz-Programm, von dem Sie gar nicht wissen, dass Sie es je installiert haben, meldet Ihnen auf einmal, eine erkleckliche Anzahl von Dateien auf Ihrem Computer sei von Viren befallen. Sie müssten dringend ein Programm herunterladen und installieren, dieses Programm würde die infizierten Daten dann säubern!
    Tun Sie's bloß nicht! Denn gesäubert wird gar nichts (es sind auch gar keine befallenen Dateien vorhanden, jedenfalls ist das Programm gar nicht dazu imstande, Virenbefall zu erkennen), sondern dann erst wird die Spyware installiert und beginnt ihre subversive Mission.


  • Sie können im Internet plötzlich keine Seiten mehr aufrufen, auf denen Antiviren-Software angeboten wird, Sie können daher auch die installierten Viren- und Spywareprogramme nicht updaten.

  • Installierte Viren- u./o. Spywareprogramme lassen sich nicht mehr starten.
Beachten Sie bitte:
Auch wenn keine Symptome erkennbar sind, ist das noch lange keine Garantie dafür,
dass der Computer frei von Spyware ist!
 
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4. Einige der bekanntesten Datenschnüffler

Programme, die stark verbreitet sind, sind rot hervorgehoben:

  • Abe's MP3 Finder 4.0: verwendet Aureate Spyware
  • AudioGalaxy: verwendet Bonzi, Gain und WebHancer
  • Aureate Spam-Killer: verwendet Aureate Spyware
  • Clicktilluwin: Die Online Lotterie ist potentiell gefährlich
  • CuteFTP: verwendet Aureate Spyware
  • Cyber Gold Communications (Comet Cursor)
  • Divx Pro 5: installiert die Gator Spyware
  • eDonkey (Gator/OfferCompanion)
  • EmmaSoft: verwendet Aureate Spyware in diversen Produkten
  • Eudora Sponsored Version: verwendet Aureate Spyware, weist jedoch darauf hin
  • FreeWire
  • Go!Zilla WebAttack: verwendet Aureate Spyware
  • Grokster: verwendet CyDoor Ad-ware
  • iMesh: fügt Schaltflächen zum Browser, die zu Anzeigenseiten führen; wertet Formulare aus, die mit dem Browser ausgefüllt werden!
  • KaZaA: verwendet Bonzi Software
  • Limewire
  • Morpheus: beinhaltet die Adware Morpheus Shopping
  • Netvampire: verwendet Aureate Spyware
  • OneMX
  • Opera: verwendet Cydoor für die Werbung
  • ProtectX von Plasmatek gibt vor, die Privatsphäre des Anwenders zu schützen und spioniert ihn gleichzeitig aus.
  • RealAudio (RealPlayer) liest die Registrierung aus und sendet die Daten an eine Datenbank. In dieser Datei sind alle Einstellungen und Informationen über den Computer und seine Programme gespeichert.
  • QuikLink Network: verwendet Aureate Spyware in diversen Produkten
  • Xolox

 

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5. Schutz vor Spyware

Sie sollten zunächst einigen Prinzipien folgen:

  • Installieren Sie stets die aktuellsten Windows-Updates und Sicherheits-Patches!

  • Verwenden Sie eine persönliche Firewall wie ZoneAlarm; weitere kostenlose Firewalls und ausführliche weitere Informationen finden Sie bei der PC-Welt. Wenn Sie mit dem Betriebssystem Windows XP oder höher arbeiten, dann genügt eigentlich auch die dort integrierte Firewall.

  • Deaktivieren Sie den Windows-Nachrichtendienst, der in den Betriebssystemen Windows 2000 und Windows XP standardgemäß aktiviert ist; auch dafür finden Sie eine Anleitung in unseren Tipps und Tricks zu Windows.

  • Seien Sie misstrauisch beim Surfen: Wenn Ihnen auf einer Website das Herunterladen einer (meist kleinen!) Datei vorgeschlagen oder empfohlen wird (oft mit dem Hinweis, die Inhalte der Seite könnten sonst nicht ordnungsgemäß ausgeführt werden), ist prinzipiell Misstrauen angesagt! Nur allzu oft handelt es sich dabei um Dialer (lesen Sie dazu unseren Insider 2) - oder eben um Spyware!

  • Noch mehr Misstrauen ist in allen Tauschbörsen (KaZaA, eMule, eDonkey, Bittoorent & Co) angebracht: Lassen Sie sich keine ausführbaren Dateien (*.exe) unterjubeln!
    (Und von möglicherweise mitgelieferter Spyware einmal ganz abgesehen: Tauschbörsen dieser Art enthalten noch ein ganz anderes Gefahrenpotential, nämlich straf- und zivilrechtliche Anzeigen von Seiten der Musikindustrie, deren Streitwert astronomische Summen ausmachen kann! Denn wer über eine Tauschbörse Musik herunterlädt, ladet seine gespeicherte Musik gleichzeitig hinauf, häufig ohne es zu wissen, - und das ist eine klare Urheberrechtsverletzung. Hier nützt auch Strafunmündigkeit nichts, denn im Zivilverfahren haften Eltern für ihre Kinder!)

  • Und zuletzt das Wichtigste:
    Überprüfen Sie mit den eigens dazu konzipierten Programmen Ihren PC in regelmäßigen Abständen auf das Vorhandensein von Spyware. Verlassen Sie sich nicht auf Ihren Virenwächter - das ist nicht sein Job! Zwar finden einige Virenwächter auch einige der Spione, aber man sollte sich unbedingt der eigens dafür entwickelten Spezialprogramme bedienen! Denn ohne diese Programme haben selbst intime Kenner der Betriebssysteme kaum Chancen, diesen raffiniert getarnten Schnüfflern auf die Schliche zu kommen.

  • Sie sollten aber auch wissen, dass einige Programme nicht mehr funktionieren, wenn ihre Spionage-Komponenten gelöscht werden (z. B. KaZaA, RealPlayer)!

  • Eine Auswahl der bekanntesten Abwehr-Programme finden Sie in unserem Downloadbereich.
    Wenn Sie Windows regelmäßig updaten, dann sollte sich der Spyware-Jäger Windows Defender bereits auf Ihrem System befinden.
    Wenn Sie sich dessen nicht sicher sind, dann öffnen Sie mit der Tastenkombination Strg + Alt + Entf den Taskmanager. Klicken Sie dort auf die Registerkarte Prozesse. Mit einem Klick auf die Spaltenüberschrift Name werden die Prozesse alphabetisch geordnet. Suchen Sie nun nach dem Prozess MSASCui.exe. Wenn er vorhanden ist, dann ist der Defender installiert und wird bei jedem Start des Computers aufgerufen.

  • Laden Sie sich zusätzlich die Programme Ad-aware und Spybot S&D herunter und installieren Sie diese. Überprüfen Sie dann mit beiden Programmen nacheinander Ihren PC! Es würde mich sehr wundern, wenn von beiden nichts gefunden würde - oder Sie haben noch gar keinen Internet-Anschluss.
    (Aber wie zum Teufel haben Sie dann das gelesen Smiley_Zwinker ???)


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6. Überprüfen Sie Ihren PC online

Wenn Sie zunächst wissen wollen, ob sich überhaupt Spyware auf Ihrem PC befindet (höchstwahrscheinlich ja!), dann können Sie einen kostenlosen Online-Scan starten:

  • Klicken Sie auf dieser Seite auf Click Here to Start Free Scan.
  • Es muss zunächst eine ActiveX-Komponente heruntergeladen und installiert werden; dem müssen Sie zustimmen.
    Wenn Sie mit Windows XP (oder höher) arbeiten und das ServicePack 2 installiert ist, dann wird der Download zunächst geblockt. Klicken Sie in die gelbe Leiste unter den Symbolleisten am oberen Rand des Bildschirmes und dann auf Dieses Add-On für alle Benutzer des Computers installieren.
  • Sollte eine Sicherheitswarnung erscheinen, dann klicken Sie auf Installieren.
  • Diese Installation geht recht schnell und der Online-Scan startet automatisch.
  • Nun werden Sie höchstwahrscheinlich mit der folgenden Meldung konfrontiert

Aber eine andere Möglichkeit, als auf OK zu klicken, haben wir ohnehin nicht.

  • Alle gefundenen Missetäter werden nun zwar fein säuberlich aufgelistet, - aber leider nicht entfernt! Wenn man auf Remove Spyware (= Spyware entfernen) klickt, wird man bloß dazu eingeladen, die Vollversion des Programmes zu kaufen.

Jedenfalls wissen Sie jetzt, ob es (hoch?) an der Zeit ist, Ad-Aware, Spybot, Microsoft Antispyware & Co herunterzuladen, zu installieren und dann gleich nacheinander laufen zu lassen!

 
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Wir hoffen, Sie über die Thematik ausreichend und verständlich informiert zu haben.
Für Verbesserungsvorschläge sind wir dankbar.

Über ein Echo in Form eines Gästebucheintrages würden wir uns sehr freuen, - sowohl positiver als auch kritischer Art, alles ist für uns nützlich! Haben Sie Anregungen für weitere Themen? Nur zu: Rufen Sie unser Gästebuch auf und reden Sie mit!

Haben Sie Probleme oder brauchen Sie weiterführende Informationen? Schicken Sie ein Mail oder rufen Sie an, – in den meisten Fällen können wir helfen!
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