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Insider-Wissen 9Domain - Check: Who is who im www?
(Verfasst von Kurt Hartmann, 04.09.05) Nähere Erläuterungen zu den IP-Adressen: Tipps zum Internet-Explorer 1. Die Ursprünge |
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1. Die UrsprüngeEnde der sechziger Jahre, als die in Computern gespeicherten Daten für das amerikanische Militär immer größere Bedeutung erlangten, tauchte in den strategischen Überlegungen der Generäle die Befürchtung auf, der Feind könnte durch einen Raketenangriff auf das militärische Rechenzentrum mit einem Schlag die Verteidigungsbereitschaft der gesamten Armee lahm legen. Aus diesen Überlegungen wurde die Idee geboren, alle militärischen Daten auf mehrere Rechneranlagen im ganzen Land zu verteilen und diese dann so miteinander zu vernetzen, dass jedes Rechenzentrum jederzeit auf jedes andere Zentrum zugreifen bzw. im Notfall auch seine Aufgaben übernehmen könne: Das ARPANET (Advanced Research Projects Agency Net) wurde geboren und zunächst auf vier Rechenzentren eingerichtet. Damit war erstmals ein Computer-Netzwerk geboren, das auf verschiedene Standorte verteilt war - und im Grunde ist das Internet bis heute nichts anderes: Jeder angeschlossene Computer - also auch der, an dem Sie gerade sitzen und diese Zeilen lesen - ist ein Teil dieses Netzes. Von Anfang an waren dies keine rein militärischen Computeranlagen, sondern bereits bestehende Rechenzentren renommierter Universitäten, denn nur dort stand das erforderliche Know-how zur Verfügung. Nun – der befürchtete Raketenangriff fand Gottseidank nie statt, aber die Netzwerk-Idee bewährte sich und wurde ständig verbessert. Immer mehr Rechenzentren der Regierung, der Universitäten und der Industrie wurden eingebunden, auch das Leitungsnetz musste ständig ausgebaut werden, da sich das öffentliche Telefonnetz bald als „Bremser“ erwies. Die vernetzten Rechenzentren erhielten eigene Leitungen, zunehmend über Satelliten, die sie völlig unabhängig von den Telefongesellschaften machten. Bald wussten sich auch die Studenten der Universitäten der neuen Möglichkeiten der Kommunikation zwischen den verschiedenen Hochschulen zu bedienen und nahmen zunehmend Besitz davon. Das hatte zur Folge, dass sich die Generäle nicht mehr wohl fühlten bei dem Gedanken, Militär- und Vietnamkriegsgegner könnten sich zu allen wichtigen militärischen Informationszentralen über das ARPANET Zutritt verschaffen. 1983 zerfiel daher das ARPANET in einen militärischen (MILNET) und einen zivilen (INTERNET) Teil. |
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2. Allgemeine Top Level Domains (generic TLDs, gTLDs)Die Vergabe von eindeutigen Adressen für jedes angeschlossene Rechenzentrum war zunächst kaum ein Problem, aber mit der zunehmenden Ausbreitung von Host-Computern (host, engl. = Wirt, Gastgeber, also Computer, auf denen ein oder mehrere Server betrieben werden) wurde die Adressierung jedoch bald ein Problem. Während in den Anfangszeiten alle angeschlossenen Computer einen Namen mit der Endung .arpa erhielten, begann man 1984 mit dem Aufbau des Domain Name Systems (DNS) und definierte erstmals mehrere Top Level Domains (TLDs), also Bereiche oberster Ebene. Die ersten sechs TLDs waren
Damit glaubte man damals das Auslangen zu finden, - und unterlag damit natürlich einem kräftigen Irrtum, denn das Netz wuchs in einem Ausmaß, das sich zunächst niemand vorstellen konnte. Die oberste Verwaltungsbehörde für die Vergabe von TDLs, die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) "schob" daher in den folgenden Jahren einige TDLs nach:
Von diesen 16 gTLDs sind nur die folgenden für Jedermann frei registrierbar (die anderen unterliegen bestimmten Auflagen):
Durch die freie Vergabe der oben angeführten TLDs wurde andererseits deren ursprüngliche Bedeutung stark verwässert:
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3. Länderspezifische Top Level Domains (country-code TLDs, ccTLDs)Schon Ende der Neunziger Jahre war die Situation eskaliert. Nachdem einerseits zahlreiche große Unternehmen die wachsende Bedeutung dieses neuen Mediums völlig unterschätzt oder verschlafen und andererseits clevere Einzelpersonen (meist Studenten) sich - in durchaus spekulativer Absicht! - schon zahlreiche Internet-Adressen reserviert hatten, tobten wilde Gefechte um diese Adressen, die teils durch astronomische Zahlungen (bis zu 10 Millionen Dollar!), teils durch langwierige Prozesse beigelegt wurden (oder auch nicht). Und nun trat auch noch der "Rest der Welt" auf den Plan - und fand so gut wie alle Adressen besetzt... Das betraf nicht nur alle kanadischen, englischen und australischen "Taylor's", sondern auch jeden deutschen "Schneider", italienischen "Sarto" und französischen "Tailleur", - denn in den USA als klassischem Auswanderungsland waren natürlich so gut wie alle .com - Adressen in jeglicher nur denkbarer Sprache und Variante besetzt. Aber dieser "Rest der Welt" fand einen Ausweg und schuf nach langwierigen Verhandlungen das System der Länderspezifischen Top Level Domains (country-codeTLDs), welches in jedem Land eigenverantwortlich verwaltet werden sollte. Dafür schuf man einen Länder-Code, der aus nur zwei Buchstaben besteht (.at, .ch, .de ...). Dadurch unterscheiden sich Länder-TLD's prinzipiell von den bis dahin einzig verfügbaren Allgemeinen TLD's (gTLD), die mindestens drei Buchstaben aufweisen.
(Autonome!) Zonen am Mond, Mars, Jupiter, Saturn oder in der Gegend von Alpha Centauri fehlen zwar noch, bilden aber ein reichhaltiges
Reservoir an ccTLD's! Die Liste aller zur Zeit bestehenden ccTLDs (Stand Dezember 2005) haben wir, um diese Insider-Seite nicht zu sehr aufzublähen, auf eine eigene Seite ausgelagert (neue Seite)!
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4. ccTLD-Missbrauch - oder wie man (auch) zu Geld kommen kannJedem Land seine eigene länderspezifische Top Level Domain - und das Recht, diese selbst zu verwalten. Das ist weise, das ist gerecht. Da jedes Land seine TLD selbst verwalten kann, kann es auch selbst bestimmen, ob es seine TLD nur seinen Bürgern oder Jedermann zur Verfügung stellt; es kann ferner darüber bestimmen, welcher Behörde, Institution oder Firma es die Registrierungs-Formalitäten überlässt (Registrar). Viele Mini-Insel-Staaten (Insel-Mini-Staaten) hatten zum damaligen Zeitpunkt kaum die nötige Infrastruktur, ihre TLDs selbst zu verwalten, ja, sie verfügten meist noch nicht einmal über Computer, geschweige denn Internet-Anschlüsse. 1998 hatte der kleine südpazifische Inselstaat Tonga die Verwaltung seiner Domain einer privaten US-Firma übergeben; - und diese kam als erste auf die Idee, mit der landeseigenen Domain .to weltweit Geld zu verdienen. Das eröffnete nicht nur einige spektakuläre Möglichkeiten für ganz Schnelle (come.to, go.to, jump.to...), sondern ermöglichte es Zehntausenden von Firmen und Privatpersonen, deren Namen im Netz schon längst vergeben waren, nun im Nachhinein ihre Namen unter der .to-Domain registrieren zu lassen:
Die TLD .cc der winzigen Cocos Islands (Kokos-Inseln) im Indischen Ozean wurde ebenfalls zu einem absoluten Renner. Es gibt hunderttausende Web-Auftritte und E-Mail-Adressen mit .cc, - während diese kleine, unter australischer Verwaltung stehende Inselgruppe gerade einmal 600 (!) Einwohner hat; - und auch diese Zahl verringert sich kontinuierlich, da die Inseln regelmäßig von Zyklonen verwüstet werden und immer mehr Bewohner emigrieren. In jüngster Zeit (2005) entwickelte sich die TLD der im Südwesten des Pazifischen Ozeans gelegenen Inselgruppe Tuvalu zu einem begehrten Renner, lautet ihre TLD doch .tv, - und das ist natürlich ein Fressen für alle Fernsehanstalten dieser Erde und alle Firmen, die für das Fernsehen produzieren! Noch ein Beispiel gefällig? Auf ähnliche Weise könnte sich auch ein Salzburger auf den Salomon-Inseln (.sb), ein Wiener auf den Jungferninseln (.vi), ein Bayer in Weißrußland (.by) usw. umsehen... |
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Second Level Domain (SLD)Darunter versteht man jene Domain, die in der Hierarchie direkt unter der Top Level Domain (TLD) liegt, und in der Schreibweise direkt davor steht. Wer also auf der Suche nach einer Internet-Adresse ist, sucht sich zuerst eine TLD aus und schaut dann auf der Homepage der Registrierungsorganisation (Registrar) der betreffenden TLD nach, ob dort die gewünschte SLD noch frei ist. Registrare für Österreich sind die NIC.AT (nur *.at, *.co.at und *.or.at) bzw. die INTERNIC.AT, für Deutschland die DENIC (nur *.de) und für die Schweiz die SWITCH (nur *.ch und *.li). Ein Beispiel:
Nun sieht er, was noch frei ist und wie hoch die einmaligen Einrichtungsgebühren sowie die Jahresgebühren sind (die Unterschiede sind beträchtlich!):
Darunter sieht er auch, welche koerner-Domains bereits vergeben sind und kann dort auch gleich einsehen, wem sie gehören (Klick auf Inhaberdaten):
Er kann sich nun für eine der noch freien Domains entscheiden, - oder er ändert den Wunschnamen, indem er einen Branchen- oder Vornamen integriert. Eine Suche nach auto-koerner ergab zum Beispiel, dass alle Second Level Domains, mit denen INTERNIC handelt, noch zu haben waren, darunter natürlich auch auto-koerner.at. Eine vollständige Liste aller Registrare findet sich auf der Seite der IANA, das ist die höchste Autorität für die Vergabe von IP-Adressen. Viele Länder haben auch SLD's eingerichtet, die entweder frei oder nur an bestimmte Institutionen vergeben werden. Für eine österreichische Domäne (.at oder .co.at oder .or.at) bezahlt man zur Zeit 30 EURO pro Jahr; es fallen keine Einrichtungskosten mehr an. |
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